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Was ist Familienstellen?

Bert Hellinger

Bert Hellinger wurde im Jahr 1925 geboren und studierte Philosophie, Theologie und Pädagogik. Er arbeitete 16 Jahre lang als Mitglied eines katholischen Missionsordens beim Stamm der Zulu in Südafrika. Danach machte er eine Ausbildung zum Psychoanalytiker und entwickelte die ihm eigene Form des Familien-Stellens, das heute weltweit Beachtung findet und in vielen unterschiedlichen Bereichen angewandt wird.

Familienaufstellung nach der Individualsynthese® Anja Parchmann

Entwickelt wurde diese Art der Aufstellungsarbeit von der Psychologischen Beraterin und Heilpraktikerin Anja Parchmann.

Das Familienaufstellen nach der Individualsynthese® ist eine Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit an seine Ursprungsproblematik zu kommen und leidvolle Bindungen aufzulösen, die einem im Hier und Jetzt Probleme bereiten.

Die Aufstellungsarbeit ist nicht zu vergleichen mit der Arbeit von Bernd Hellinger.
Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass es Liebe als Einbahnstrasse richtet:

Eltern geben ihren Kindern, nicht Kindern ihren Eltern.
Kinder zollen Respekt und geben wiederum ihren Kindern...

Diese Art der Arbeit überzeugt durch ihre Ehrlichkeit, da der Klient sich und seine eigene Familie Wertfrei beobachten kann.

Der Ursprung des Familienstellen nach der Individualsynthese ® liegt bei Virginia Satir, die in diesem Gebiet Pionierarbeit geleistet hat.


Für welche Themen eignet sich diese Methode besonders?

· Für die Klärung des Verhältnisses mit den Eltern und Geschwistern
· Wenn jemand das Gefühlt hat, er trägt eine Last (Schuld, Trauer, Ärger) mit
  sich herum, die nicht aus dem eigenen Leben zu erklären ist
· Für die Klärung des Verhältnisses in der Partnerschaft und zu den Kindern

Manchmal fühlen wir uns auch noch so sehr einem Elternteil verpflichtet, dass wir deshalb nicht in der Lage sind eine eigene Partnerschaft einzugehen. Diese Dynamik funktioniert, weil Familienmitglieder einander in Liebe und Treue verbunden sind und bereit, das Bedürfnis nach Ausgleich zu wiederholen.

Erfahrungen haben gezeigt, dass eine besondere Dynamik in Familiensystemen wirkt. Die Familie als Wurzel unserer Existenz ist ein System, mit dem wir unbewusst über Generationen verbunden bleiben. Wird ein Mitglied oder ein Schicksal nicht geachtet, verdrängt oder vergessen, folgt ihm später ein anderes Familienmitglied (ein Nachgeborener, ein späterer Partner oder ein Kind) in dessen Schicksal nach. Oft identifizieren sich Kinder mit dem Schicksal der Eltern oder Verwandten der Eltern- und Großelterngeneration.

In Folge einer solchen Identifikation entstehen psychische Belastungen, anormale Verhaltensmuster, Beziehungskrisen. Auch Krankheiten, Sucht und Todessehnsucht können hierdurch ausgelöst werden.

 

Wie geht das Familienaufstellen?

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich!
Der Aufsteller sucht sich aus der Seminargruppe Stellvertreter seines Systems aus. Die Stellvertreter werden dann, nach dem eigenen Bild in dem Raum zueinander gestellt. Der Aufsteller betrachtet die Dynamik seines Systems von außen. Emotionen und Themen werden sichtbar und verständlich, der Aufsteller lernt sein eigenes System zu akzeptieren und eigene Themen werden deutlich.

Vor jeder Aufstellung ist ein Vorgespräch wichtig, um das genaue Ziel der Aufstellung zu erarbeiten.

Die Personen, welche die Familienmitglieder vertreten, fühlen, sobald sie aufgestellt sind, wie die wirklichen Personen. Sie erleben dabei auf tief beeindruckende Weise, wie sich die andere Person fühlt oder gefühlt haben muss. Dadurch werden Dynamiken sichtbar und Unbeachtete, Ausgeschlossene und Verstorbene kommen ins Blickfeld: Nun kann die Person, die aufstellen ließ, erkennen, dass ihr Leiden und Handeln dem Anderen nicht hilft und gleichzeitig zu dessen Schicksal die nötige Distanz entwickeln.

Die Technik des Familienstellens funktioniert sowohl in Gruppen als auch in Einzelsitzungen, wobei mit Symbolen zur Aufstellung der Herkunfts-/ Gegenwartsfamilie gearbeitet wird.

Eine Aufstellung dauert im Regelfall zwischen 30 und 50 Minuten, aber auch kürzere und längere Aufstellungen kommen vor.
Ziel bei der Aufstellung der Ursprungsfamilie ist es nicht, die unendliche Vielfalt aller Verbindungen in einer Familie aufzudecken, sondern nur die stärkste Verstrickung, in der jemand gefangen ist und die seine Kraft bindet. Insbesondere die Verbindungen mit vergessenen und ausgeschlossenen Familienmitgliedern sind wichtig. So bekommen z. B. früh verstorbene eigene Geschwister oder Geschwister von Vater und Mutter wieder einen guten Platz in der Familie.
Jedes Mitglied einer Familie gehört in gleicher Weise zur Familie. Jede Familie hat einen festen inneren Zusammenhalt, ganz gleich wie zerrissen sie äußerlich scheinen mag. Jedem, der zur Familie gehört, gebührt Achtung. Wird jemand aus der Familie ausgeschlossen, wird er durch ein später geborenes Mitglied vertreten, der sich ein ähnliches Schicksal auferlegt.

Aufstellungen sind eine Möglichkeit, anschaulich zu erfahren welche Dynamik unterschwellig in dem eigenen aufgestellten System (Familie oder Berufsfeld)wirken. Es werden Verhaltensweisen und Gefühle, die bisher als unangemessen oder unverständlich, sichtbar. Beziehungsgeflechte innerhalb des aufgestellten Systems blockieren oft die aktuelle Entwicklung des Einzelnen und Leid ist meist die Folge.

Was ist eine Einzelaufstellung?

In einer Einzelaufstellung nehmen Sie allein nach und nach die verschiedenen Rollen der Personen ein, die für Ihr Anliegen wichtig sind. Sie spüren das Befinden und die Bedürfnisse der entscheidenden Menschen direkt am eigenen Körper. Dies mag sich seltsam anhören, doch wenn Sie diese Erfahrung gemacht haben, können Sie die Befindlichkeiten der anderen Familienmitglieder viel besser nachvollziehen.
Weil der Rollenwechsel immer wieder während der Aufstellung notwendig ist, dauert eine solche Aufstellung oft etwas länger als eine Aufstellung in der Gruppe.
Haben Sie vorher schon einmal in der Gruppe eine Aufstellung gemacht, so sollte alles flüssig ablaufen. Falls Sie bisher keine derartigen Erfahrungen gemacht haben oder nicht in Psychotherapie sind oder waren, rate ich grundsätzlich dazu, zuerst eine Gruppenaufstellung zu besuchen.
Einzelaufstellungen biete ich, in meiner Praxis an. Termine vorher telefonisch zu vereinbaren .

Gruppenaufstellungen werden als Seminar angeboten, Termine nach Absprache.

Anwendungsbereiche

Viele Menschen fühlen Belastungen in ihrem Leben, die sie nicht so leicht loswerden und sich manchmal nicht so recht erklären können. Diese wirken sich dann oft in verschiedenen Lebensbereichen aus.

Beispiele dazu aus der Praxis aus verschiedenen Bereichen:

Partnerschaft bzw. Bindungsfähigkeit: Soll eine Beziehung eingegangen werden? Besteht noch die Möglichkeit eine Beziehung wieder zu beleben oder soll ich die Beziehung lieber beenden? Wieso suche ich mir immer Partner, die sich ähneln und mit denen es nicht gut gehen kann? Was kann ich tun um eine frühere Partnerin endlich zu vergessen und die Sache abzuschließen? Ich lebe meine Partnerschaft wie meine Eltern es taten. Und das tut uns nicht gut. Was tun? Meine Beziehungen dauern nie länger als ein Jahr. Was mache ich falsch?

Familie: Wie kann ich mich mit meinen Geschwistern besser verstehen? Ich will mich mit meinen Eltern wieder versöhnen. Wie? Mein Sohn ist auf der schiefen Bahn. Kann ich etwas tun? Meine Tochter soll es einfacher haben als ich. Kann ich ihr noch etwas für ihr Leben mitgeben? Was kann ich dafür tun, dass es meiner Enkelin besser geht?

Beruf: Soll ich lieber in meinem Beruf bleiben oder mich doch umorientieren? Wie komme ich mit meinem Kollegen besser zurecht? Was kann ich tun, damit meine Mitarbeiter besser zusammenarbeiten? Immer Ärger mit dem Chef. Obwohl ich mich so bemühe! Wie werde ich erfolgreicher im Beruf?

Anderes: Ich will mehr Zufriedenheit in meinem Leben! Wie komme ich zu innerer Ruhe? Soll ich in meine alte Heimat zurückgehen? Ich brauche Klarheit um in meinem Leben weiter zu kommen! Alles ist so schwer. Wie kann ich es mir leichter machen? Es sind sehr belastende Dinge passiert. Damit soll Schluss sein! Wie schließe ich das ab und nehme mein Leben jetzt selbst in die Hand?